Kastration bei Katzen

Eine "Rolligkeit" ist für eine Katze immer mit Stress verbunden und kann für jeden Katzenbesitzer und/oder auch Nachbarn zum Geduldsspiel werden. Deshalb ist es wichtig, dass potente Katzen, wenn kein Nachwuchs gewünscht wird, immer kastriert werden.

Wann ist der richtige Zeitpunkt für eine Kastration?

Genau wie ein Menschenkind, durchlebt auch eine Katze oder ein Hund eine "Pubertätsphase". In dieser Zeit vollzieht der Körper durch die Einwirkung durch verschiedene Hormone die Entwicklung zum erwachsenen Tier. Eine Katze könnte zwar ab einem Alter von 4-6 Monaten kastriert werden, aber je länger eine Kastration herausgezögert werden kann (ca. 10. Lebensmonat), desto besser wird es für die körperliche Entwicklung des Jungtieres sein. Beim Tier läuft gerade die Geschlechtsreife ab und je mehr Hormone der Körper/Gehirn noch zur Entwicklung verarbeiten kann, desto besser ist es.

Kastration bei Rolligkeit?

Sollte eine Katze rollig werden, wird kein Tierarzt eine OP durchführen, da durch die starke Durchblutung der Geschlechtsorgane ein gewisses Risiko bestehen kann. Der OP-Termin muss also warten, bis die Rolligkeit vorrüber ist.

Kastrationsnarbe Fina 2013
Kastrationsnarbe Fina 2013
Kastrationsnarbe Polly 2014
Kastrationsnarbe Polly 2014

Unterschied zwischen...

Kastration

Entfernung der Geschlechtsorgane: Beim Kater sind es beide Hoden und bei der Katze die Eierstöcke.

Sterilisation

Bei einer Sterilisation werden beim Kater jediglich die Samenleiter und bei der Katze die Eileiter durchtrennt, welches sie zwar unfruchtbar macht, aber der Geschlechtstrieb weiterhin erhalten bleibt.

Was ist nach der Kastration zu beachten

Bei einer weiblichen Katze ist die Kastration eine größere Operation, da der Bauch ein wenig aufgeschnitten werden muss, um an die inneren Geschlechtsorgane zu kommen. Wenn die OP fertig ist, bleibt eine kleine OP-Wunde am Bauch der Katze. Aus diesem Grund sollte man die Katze daran hindern, dass sie nicht an Kratzbäumen oder anderen erhöhten Stellen hochklettern kann, damit die OP-Naht nicht aufreißt. Oft wird sie von sich aus auch jede Bewegung vermeiden, da es ihr unangenehm ist und es kann ein paar Tage dauern, bis sie wieder die "Alte" ist. Einfach Futter und Trinken hinstellen und wenn sie Hunger verspürt, wird sie auch etwas zu sich nehmen.

Ansonsten wird eine Kastration viele Abläufe im Körper beeinflussen, da der gesamte Organismus runter fährt. Der Stoffwechsel wird langsamer, die Futterverwertung wird besser und das Tier kann unter Umständen mehr Speck ansetzen. Die Jungkatze wird mit einem Schlag eine mittelalte Katze, die immer Hunger hat, da die "Fress-Schranke" im Kopf nicht mehr da ist.

Was geschieht mit den Nahtfäden?

Es ist abhängig, welches Nahtmaterial bei der OP vom Tierarzt verwendet wurde. Es gibt Nahtmaterial, welches sich nach ein paar Tagen auflöst und anderes, welches nach ca. 10 Tagen gezogen werden muss. Ersteres wird z.B. gerne bei freilebenden Katzen genommen, da sie für einen weiteren Tierarztbesuch nur schwer einzufangen sind.

Katze wird trotz Kastration immer noch rollig

Manchmal kann es vorkommen, dass bei der Kastration noch verstecktes "Restgewebe" übersehen wird und im Körper verbleibt, welches weiterhin Hormone produziert und die Rolligkeit auslöst.

Wird sich der Charakter nach der Kastration verändern

Bei weiblichen Katzen ist es nicht vorhersehbar und es kann unterschiedlich sein und Kater werden meist anhänglicher und häuslicher. Außerdem kann durch eine Kastration das Markierverhalten nicht unbedingt unterbunden werden.

Wann sollte ein Kater kastriert werden

Wenn ein Kater geschlechtsreif wird, ändert sich der Geruch des Urins und es wird definitiv kein neu erfundener "Wohn-Duftstoff" sein. Der Geruch ist so streng, dass auf kurz oder lang über die Erneuerung der betreffenden Einrichtungsgegenstände nachgedacht werden sollte. Vor der Neuanschaffung sollte das Tier aber erst kastriert werden. Sollte der Kater seine "Duftmarken" in der Wohnung verteilen, wird es jeder riechen und Besuch würde die nächste Zeit sehr rar werden.

Einige Städte/Komunen haben bei Freigängerkatzen eine sogenannte "Kastrations - und Kennzeichnungspflicht" eingeführt, der unbedingt nachzukommen ist!




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